Hiob – ein Benefizkonzert

HIOB – EIN BENEFIZKONZERT

 

Ausgangspunkt des Stückes ist ein kurzes Kapitel aus Olga Tokarczuks Buch „Ur und andere Zeiten“: Eine eigenartige Adaption der biblischen Geschichte über Hiob. Hiob, der in seinem Glauben an Gott von diesem auf die Probe gestellt wird. Dem alles weggenommen wird. Der am Punkt seines größten Verlustes so hell leuchtet wie Gott selbst. So dass er Gott blendet. So dass Gott ihm schnell wieder alles zurück gibt, was er vorher besaß – und noch viel mehr: Geld, Banken und Tresore. Schmuck, Moden, Wünsche und Begierden. Und eine unentwegte Furcht. Mit all dem überschüttet er Hiob, bis dessen Licht schließlich erlischt.

 

Mit der Dramaturgin Carolin Bohn kreiert Anna von Schrottenberg ein Stück nach der Geschichte Hiobs, in dem sie Romanausschnitte von Olga Tokarczuk, Bibelfragmente, aktuelle Wirtschaftsberichte, physikalische Formeln zur Lichtbrechung und Platons Sonnengleichnis zu einer spannenden Performance verbindet. Begleitet von Tobias von Glenck am Bass versinnlicht die Schauspielerin Philosophie und Wissenschaft, immer mit der subtilen Einladung an die Zuschauer, ihren Fragen zu folgen: Wie beeinflusst uns das Wissen um eine endliche Welt? Welche Möglichkeiten wählen wir, um mit Niederlagen umzugehen? Mit welchem Teil meines Besitzes identifiziere ich mich am meisten? Was macht der internationale Armutsbericht auf meinem Einkaufszettel? Der katalonische Videokünstler Roger Rossell inszeniert dabei das gesprochene Wort auf der Leinwand und visualisiert Phänomene wie Licht, die Börse und den Körper.

Premiere: 21.März 2014, Festval 35.PPA, Teatr Capitol Wroclaw, Polen