eilig heilig

Auf dem Markt der Heiligen ist Simplizität Marketingstrategie. Die katholische Kirche versteht es, Heiliges und Profanes so zu verbinden, dass Glaube ikonographisch reproduziert und akustisch multipliziert wird. Ein Barde auf der polnischen Kirmes zu christlichem Anlass. Inbrünstig und feurig vorgetragene Heilsgesänge. Umgeben von Figürchen der inflationären Heiligen, verkauft neben Zuckerwatte und Bauernkäse. Kinder in weißen Kleidern, das Bildnis der Heiligen in einer Prozession tragend. Dazwischen auftönend die authentischen Lebensmotive der Heiligen, wieder entschwindend in der betäubenden Reduktion auf konfessionell korrekte Heilsversprechen. Ein theatralisch-musikalisches Labyrinth in die posthume Vereinnahmung einer Heiligengestalt. – Am Beispiel Edith Steins wird mit dem Gegensatz von persönlicher Entscheidungs- und Lebensdramatik als authentischem biografischem Selbstentwurf und dessen dogmatischer Reduktion und Vereinnahmung durch die katholische Kirche experimentiert.

Mit ANNA VON SCHROTTENBERG, Regie ELŻBIETA BEDNARSKA Bühnenfassung JAROSŁAWA MAKUS, PAMELA DÜRR, ELŻBIETA BEDNARSKA Musik ŁUKASZ DAMRYCH Bühne, Kostüme ELŻBIETA ROSZCZAK Licht ALEXANDRE MARQUEZY

EINE PRODUKTION VON FUNDACJA SPOTKANIA IN KOOPERATION MIT DEM BALLHAUS OST